Ender 3 S1 Pro - Anfängerfragen - Hotend verstopft - Druckbildanalyse - Filamentempfehlung - Leveling - Haftung auf PEI

  • Moin erstmal,


    wollte mir schon länger einen 3D-Drucker kaufen, um mir selbst mal ein Bild von der Materie zu machen :saint: Nun bin ich durch ein wenig Recherche und ein gutes Angebot auf den Ender S1 Pro gestoßen, den ich nun schon ein paar Tage besitze und damit spiele (naja, einrichten/justieren trifft es eher).


    Grob eingestellt, KEIN Firmware Update gemacht ^^, Filament eingelegt, nochmal alles gecheckt und Schräubchen nachgezogen, los gings. Autolevel hat ganz gut gelappt, der bekannte Hase wurde soweit ordentlich ausgedruckt (siehe Anhang). Da dachte ich, ich überprüfe das nochmal und wollte einem weiteren Plastikhäschen die Freiheit schenken. Wurde leider ohne Kopf geboren (kein Bild gemacht, zu grausam der Anblick), denn etwa beim Halsansatz war die Düse verstopft. Einstellungen waren immer die Standardeinstellungen (TinkerCAD / Cura Slicer).


    Da ich die Düse nicht befreien konnte, hab ich mir gleich ein paar 0.4er Spitzen bestellt. Am nächsten Tag gewechselt und weiter gemacht. Erstmal das Bett ordentlich eingerichtet. Das ist anscheinend leicht schüsselig, wie ich auch hier im Forum nachlesen konnte. Habe mit einer Fühlerlehre außen am Rand die Punkte mit 0,1 mm eingerichtet, innen wars etwas mehr, dann ein wenig abgesenkt und außen nochmal gecheckt, dass nichts an der Beschichtung schleift.

    Bei meinen Recherchen bin ich auch auf den Heat Tower gestoßen und dachte mir, wenn ich sowieso nur Testausdrucke mache, kann ich zur Justage gleich einen Heat Tower drucken. Und so war es dann. Leider war schon wieder die (bereits getauschte) Düse verstopft und die oberen Stockwerke wurden nicht gedruckt, daher kann ich zur Zeit auch nicht sagen, wie sich das Filament bei niedrigeren Temperaturen verhält. Es sei denn, in dem Fall waren diese schuld an der verstopften Düse.

    Grundsätzlich beschäftige ich mich schon gerne mit Problemstellungen, bin aber auch eher der Typ, der das Werkzeug lieber benutzt, als gangbar zu machen. Mich ständig mit einer verstopften Düse auseinandersetzen möchte ich mich nicht, aber wer will das schon. Nun gehts mir um eine Lösung und weitere Fragen, die sich aufgetan haben.

    Zum Equipment;
    Ender S1 Pro, neu gekauft, keine zusätzlichen Modifikationen
    Filament von Eryone PLA weiß, 190-220 °C
    TinkerCAD
    Ultimate Cura 5.1.0


    Gedruckt mit 200 °C / 60 °C

    Der Heat Tower verwirrt mich etwas, da bei 225 °C die Zahl selbst sauber gedruckt wird, ebenso Rechteck, Kreis und Dreieck, die Brücke hängt aber etwas sehr durch. Insgesamt scheinen mit 205 °C ein guter Kompromiss zu sein. Ich weiß, noch keine Frage dabei, kommt gleich.

    Wie würde da ein erfahrener Anwender rangehen, mit vorhandenen Mitteln den Ender ordentlich einstellen, damit auch die Düse nicht wieder so schnell verstopft? Schließlich wurde der erste Hase echt gut gedruckt. Warum wird über 2 Stunden gedruckt, dann ist die Düse verstopft? Dauert es so lange bis sich die Düse zusetzt? Oder taugt das Filament nichts, weil es verunreinigt ist? Was wäre den eine Empfehlung für ein pflegeleichtes, gut zu verarbeitendes Filament, welches nicht gleich doppelt so teuer ist als z. B. das Filament von Eryone.

    Zudem würde ich gerne wissen, wie ihr mit den schü(u)sseligen Betten umgeht. Geh ich auf 0,1 mm in der Mitte, liegt die Düse außen leicht auf. Und da vor dem Druck links immer eine Linie auf und ab gedruckt wird, möchte ich das nicht riskieren um tiefer zu gehen. Aber dadurch habe ich manchmal nicht die nötige Betthaftung (mit Spüli und Iso 99,9 % gereinigt), das nervt manchmal. Oder hilft es hier, die erste Schicht dicker und mit höherer Temperatur zu drucken, oder mit höherer Flussrate? Was wäre hier das geschickteste Vorgehen mit vorhandenen Mitteln? Wie bekommt ihr eine bessere Betthaftung hin? Wie ist eure Temperatur (mit PEI Platte) bei PLA für das Druckbett?

    Vielleicht kann mal jemand mit Erfahrung eine Druckbildanalyse machen, hab die Bilder in den Anhang gepackt. Der große Hase war der erste Ausdruck, der kleinere (70 %) folgte, sieht aber an den Löffeln komisch aus. Danach der Heat Tower, unvollständig, da verstopfte Düse.

    Wie ich da rangehe weiß ich eben noch nicht, da ja alles zusammenhängt. Erhöhe ich für die erste Schicht die Temperatur und die Flussrate, fördere ich dadurch evtl. die verstopfte Düse, die ich ja bereits habe. An welcher Schraube drehe ich zu erst?

    Macht ihr das Leveling händisch oder automatisch? Oder erst händisch und dann immer wieder automatisch? Levelt ihr vor jedem Druck oder nur bei größeren Sachen bzw. gar nicht mehr nach dem ersten Mal.

    Der 3D-Druck ist für mich neu, auch der Umgang mit den Programmen dazu. Ich habe daher versucht etwas ausführlicher meine "Situation" zu umschreiben und hoffe niemand ist dabei eingeschlafen ^^

    Technisches Verständnis ist nach meinem Verständnis vorhanden ^^ Infinity Table selber gebaut und die Bedienung z. B. von Cura zwecks Temp.-Einstellung pro Layer haben mir keine Probleme bereitet, aber ich lerne gerne dazu. Lieber konstruktives Feedback, als schnippische Kommentare :thumbup:

    Mein Ziel ist es den Drucker soweit zu bekommen, dass ich zumindest mit der aktuellen Rolle "einfach loslegen" kann. Bei Filamentwechsel odgl. muss man ggfs. nochmal ran, das ist mir klar.

    Danke vorab fürs Lesen und Gedanken machen :)

    Schöne Sonntagsgrüße

    Michael


    P.S. PLA-Empfehlungen oder Empfehlungen für Düsen, must-have-Mods für den Ender S1 Pro oder sonstigen Tipps zu dem Thema (aber bitte kein Versandetikett zum Entsorgen des Druckers), sind gerne gesehen  ;)



  • Und da vor dem Druck links immer eine Linie auf und ab gedruckt wird, möchte ich das nicht riskieren um tiefer zu gehen.

    Man kann die Linie am Rand auch einfach weglassen oder diese Linie mit höherer Position in Z drucken.. Ich selber halte es im Zweifel so: Sch.. auf den Rand, wenn es mir den verratzt ist auch egal. 99% meiner Drucke kommen nie in die Nähe des Randes, in der Mitte muss es passen.

    Oder hilft es hier, die erste Schicht dicker und mit höherer Temperatur zu drucken, oder mit höherer Flussrate?

    Ich drucke die erste Schicht immer mit einer sehr dicken ersten Schicht.. so lassen sich Abweichungen im Bett besser überkleistern. 75% des Düsendurchmessers und eher langsam. Gerne auch mal etwas wärmer und notfalls auch etwas mehr Fluss.

    Macht ihr das Leveling händisch oder automatisch?

    Am liebsten händisch.. Ich halte diese ganze Automatische Bettlevelei für zu unzuverlässig. Bei allen meiner produktiv genutzten Drucker gibt es kein ABL oder ist deaktiviert. Das mache ich einmal und danach schaue ich zu, wie er den Skirt bzw. die erste Schicht druckt und dreh dann während des Drucks notfalls an der jeweiligen Schraube am Bett, wenns nicht so recht stimmt.


    Übrigens 0,1mm oder das viel zitierte Blatt Papier ist tendeziell zu dick. Meistes muss man danach nochmal etwas tiefer gehen



    Zu Bild 3:


    An der Stelle war er bei 185°C? Irgendwann ist es einfach zu kalt und dann kommt nicht mehr genug aus der Düse.. PLA um 200°C kommt meistens ganz gut hin. Wenmiger ist die Ausnahme.

    Beim Temptower, war es da auch so kalt?


    Das Verstopfungsproblem könnte an den Einstellungen für den Retract liegen, Einzugsabstand und Einzugsgeschwindigkeit in Cura. Was hast Du da aktuell eingestellt?

  • Übrigens 0,1mm oder das viel zitierte Blatt Papier ist tendeziell zu dick. Meistes muss man danach nochmal etwas tiefer gehen

    Gut zu wissen, dann bin ich auf jeden Fall in der Mitte zu hoch. Werde auf das Kaptonband warten (eben bestellt) und dann nochmal alles einrichten.

    Zu Bild 3:


    An der Stelle war er bei 185°C? Irgendwann ist es einfach zu kalt und dann kommt nicht mehr genug aus der Düse.. PLA um 200°C kommt meistens ganz gut hin. Wenmiger ist die Ausnahme.

    Beim Temptower, war es da auch so kalt?


    Das Verstopfungsproblem könnte an den Einstellungen für den Retract liegen, Einzugsabstand und Einzugsgeschwindigkeit in Cura. Was hast Du da aktuell eingestellt?

    Ja, die letzte, jedoch unvollständig gedruckte Ebene wurde mit 185 °C gedruckt. Hab mir schon gedacht, dass es dann zu fest bleibt, das Filament.

    Zur den Einstellungen. Wenn ich die .STL im Creality Slicer 4.8.2 öffne, habe ich dort stehen:
    Einzugsabstand (Rückzugsentfernung) 0,8 mm
    Einzugsgeschwindigkeit (Rückzugsgeschwindigkeit) 40 mm/s

    Öffne ich die Datei in Cura 5.1.0, muss ich die Punkte erst aktivieren. Eine bereits angehakte Checkbox, welche den Einzug aktiviert steht schon da, nur die Werte dazu nicht. Wenn ich die aktivierten Werte lese, steht da:
    Einzugsabstand 6,5 mm
    Einzugsgeschwindigkeit 25 mm/s

    Ich nehme an, die Cura Einstellung stimmt nicht. Die im Creality Slicer scheint ok zu sein. Danke für den Hinweis.

  • 0,8mm bei 40mm/s klingt gut.
    6,5mm ist definitiv viel zu viel für einen Direktextruder wie den Ender3 S1 Pro.


    Üblicherweise bewegen wir uns bei einem Direktextruder irgendwo zwischen 0,5 und 1,5mm.. Geschwindigkeiten um 25 bis 45mm/s.

    PS: Ultimaker, Hersteller von Cura, kontrolliert die Profile für fremde Drucker nicht auf deren Sinnhaftigkeit. Die Profile von Creality & Co stammen von Einsendungen irgendwelcher Nutzer, die oft ganz originelle Vorstellungen haben, was man da so einstellen soll..

  • So, Kaptonband in die Mitte meiner Federstahlplatte, alles aufheizen, alles nivellieren, passt. D.h. Druckbetthaftung ist in Ordnung, Düse nicht verstopft (Rückzug war 6,5, jetzt 0,8).


    Würfel mit 2 cm Kantenlänge ausgedruckt, gemessen...


    Gemessene Höhe 20,03 mm

    Seiten 20,14 und 20,10 mm


    Scheint für mich in Ordnung zu sein. Mit dem Messchieber habe ich Münzdurchmesser gemessen mit 0,03 mm Abweichung, wird also schon so passen.

    Die Tage ist Feintuning dran (nochmal das mit dem Leveln lesen), dann mal was Größeres drucken.

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