0,6 statt 0,4 Linienebreite

  • Hallo,


    ich hatte gestern einen Druck (PLA, Linienbreite 0,4 mm) der laut Cura 10 Std. und 21 Minuten gedauert hätte. Meine Viper hat dann knapp über 13 Stunden gebraucht.

    Jetzt habe ich das gleiche Bauteil einfach mal mit einer Linienbreite von 0,6 mm von Cura berechnen lassen.

    Und siehe da: laut Cura braucht mein Drucker plötzlich nur noch 6 Std. 9 Min. für den Druck ...


    Nun stellt sich mir die Frage, was hat man denn für Nachteile, wenn man mit einer größeren Linienbreite wie z.B. 0,6 mm druckt?


    So nebenbei bemerkt: mit einer Linienbreite von 0,7 mm dauert dann laut Cura der Druck wieder länger, nämlich 7 Std. und 17 Minuten.


    Edit:

    Ich habe noch eine Frage dazu: wie wird denn eine 0,6 mm Linie erzeugt wenn die Düse nur 0,4 mm hat?

    Viele Grüße

    Anton


    Anycubic Viper, bisher im Originalzustand 8)

    Edited once, last by AntonG ().

  • Mit ner höheren Linienbreite wird es etwas schwieriger, feine Details zu drucken. Wobei aktuelle Cura & Prusa Slicer da auch wieder ein paar Tricks in petto haben und die Linienbreite dynamisch anpassen.


    Ich habe noch eine Frage dazu: wie wird denn eine 0,6 mm Linie erzeugt wenn die Düse nur 0,4 mm hat?

    Es wird einfach "zuviel" Material aus dem 0.4mm Loch gedrückt, das extra Material drückt sich seitlich weg weg und die Linie wird breiter

  • Nun stellt sich mir die Frage, was hat man denn für Nachteile, wenn man mit einer größeren Linienbreite wie z.B. 0,6 mm druckt?

    Viele Objekte gewinnen durch breitere Linien an Stärke, insbesondere beim Spiraldruck. Die sinkende Detailauflösung hingegen hat Stephan bereits erwähnt.


    Allerdings gibt es eine Einschränkung durch die Leistungsfähigkeit Deines Hotends. Wenn Du breiter druckst, geht mehr Material durchs Hotend. Du wirst also u. U. die Geschwindigkeit reduzieren müssen. Den Durchsatz des Hotends kannst Du jedoch (in Grenzen) verbessern, indem Du die Temperatur erhöhst. Mit den meisten 0,4er Düsen lässt sich problemlos eine Linienbreite von bis zu 0,8 mm drucken, dann erhöhe ich die Temperatur bei PLA aber auch schon mal bis 240°, während die Geschwindigkeit reduziert werden muss. Must Du testen.


    Ich drucke gerne mit größeren Linienbreiten, allerdings weniger wegen der verkürzten Druckdauer, sondern um die Stabilität im Spiraldruck zu verbessern.

    So nebenbei bemerkt: mit einer Linienbreite von 0,7 mm dauert dann laut Cura der Druck wieder länger, nämlich 7 Std. und 17 Minuten.

    Bei den ausgefüllten Deckflächen sparst Du direkt Zeit mit größerer Düse, bei den Wandlinien nur, wenn Du deren Zahl entsprechend reduzierst.

  • Hallo,


    danke Stephan und Michael.


    Da habe ich also wieder etwas dazugelernt.

    Da ich mit der Geschwindigkeit bei dem Bauteil sowieso schon auf 70 mm/s hochgegangen bin, wird die scheinbar mögliche Zeitersparnis nicht so groß sein, da mein Hotend wahrscheinlich keine breite Linien mit der Geschwindigkeit drucken kann.


    Aber sehe schon: da gibt es wieder viel Zeit und Material zu opfern um ein Gefühl für das richtige Verhältnis zu bekommen ;)

  • Wenn es ein normales Objekt mit mehreren Perimeterschichten und Infill ist, hast Du mehrere Effekte:


    A) Du kannst evtl die Zahl der Perimeter reduzieren, zB von 3 auf 2, weil du weiterhin 1,2mm Wandstärke erreichst.

    B) Dein Infill wird schneller gedruckt, weil er bei 0,6mm und gleichem Prozentsatz die Linienzahl kräftig reduziert. Es kann aber sein, dass Du so den Infill etwas hochsetzen musst für gute Toplayer. Das ist allerdings mehr ein Thema wenn Du beim Infill sparst, 10% oder weniger. Dann musst Du ggfs entweder mit den Prozenten hoch oder eine Toplayer Schicht mehr drucken,

    Bei langen Linien kann es sein dass durch den höheren Flow die Extrusion etwas abnimmt. Was Michael schob schrieb: MK8 und Co sind nicht für hohen Durchsatz gedacht. Das prüfst Du beim Druck, indem Du bei den Perimetern schaustob sich die Linien wie gewohnt etwas verbinden. Wenn Du Ritzen siehst, warst Du etwas zu schnell.


    Für die Topschicht würde ich nicht über 0,4 gehen, dann wird es rauher, und die optische Qualität leidet.

  • B) Dein Infill wird schneller gedruckt, weil er bei 0,6mm und gleichem Prozentsatz die Linienzahl kräftig reduziert. Es kann aber sein, dass Du so den Infill etwas hochsetzen musst für gute Toplayer. Das ist allerdings mehr ein Thema wenn Du beim Infill sparst, 10% oder weniger.

    Hallo,


    danke für den Hinweis.

    Da ich eigentlich fast nur Funktionsteile drucke, die auch etwas aushalten sollen, drucke ich sowieso meistens mit einer Füllung von 20-30% (manchmal auch 40%).

    Wahrscheinlich kommt dadurch die große Zeitersparniss.

  • Wenn ich das richtig lese möchtest du Zeit sparen in dem du deine Linienbreite über die Nozzlebreite einstellst.

    Kann man machen, aber das erzeugt meinem Verständnis nach nur unnötigen Druck in der Nozzle.

    wie wird denn eine 0,6 mm Linie erzeugt wenn die Düse nur 0,4 mm hat?

    Mein Tipp zum Zeit und nicht Qualität zu sparen, 0,6mm Nozzle einbauen und die Geschwindigkeiten der Bereiche erhöhen die man nicht mehr sieht am Ende.


    Hier mal meine Einstellung von meinem CR10 für PLA.

    Layerhigh: 0,2-0,4 mm

    Layerwide: 0,6 mm


    als Bsp (Cura): mm/s

    Printspeed: 70

    Infillspeed: 90-100

    Outerwall: 15-30

    Innerwall: 50-70

    Top/Bottomspeed: 30

    1. Layerspeed: 15

    Trawlspeed: 150-200

  • Der Druck mit einer Linienbreite größer als Nozzledurchmesser hat Vorteile und Nachteile.


    Ein Nachteil ist, dass weniger Durchsatz möglich ist, als wenn man eine größere, der Linienbreite entsprechende Nozzle benutzt.


    Ein Vorteil: der umständliche Nozzlewechsel entfällt.

    Ein weiterer Vorteil: das Stringingverhalten entspricht dem der kleineren Nozzle, während es mit größerer Nozzle schlechter wird. Dies gilt schon für PLA, aber insbesondere PETG suppt bei großer Nozzle einfach unten raus, weitgehend ungeachtet der Retracteinstellungen.


    Wenn es rein um die Geschwindigkeit geht, hat die größere Nozzle den Vorteil - möchte man jedoch gelegentlich starke Wände erzeugen, ohne große qualitative Einbußen zu erleiden, liegt die kleinere Nozzle vorn.

  • Hallo,


    danke für den Hinweis.

    Da ich eigentlich fast nur Funktionsteile drucke, die auch etwas aushalten sollen, drucke ich sowieso meistens mit einer Füllung von 20-30% (manchmal auch 40%).

    Wahrscheinlich kommt dadurch die große Zeitersparniss.

    Ja, allerdings sind wenige dicke Linien weniger stabil als viele dünne Linien. Wobei dicke Perimeter für stabile Funktionsteile ohnehin wichtiger sind als viel Infill. Um den Infill sollte man sich nicht zuviele Gedanken machen, dicke Hülle hilft mehr :)

  • Ja, allerdings sind wenige dicke Linien weniger stabil als viele dünne Linien. Wobei dicke Perimeter für stabile Funktionsteile ohnehin wichtiger sind als viel Infill. Um den Infill sollte man sich nicht zuviele Gedanken machen, dicke Hülle hilft mehr :)

    Nach den von Stefan in der CNC-Küche durchgeführten Tests hängt die Stärke hauptsächlich von der Menge des verwendeten Materials ab, weniger von der Linienbreite.


    Big nozzles - How do they make your 3D prints stronger? — CNC Kitchen
    I’m sure you’ve all heard or even experienced it already that using a larger nozzle in you 3D printer seems to result in quite a bit more sturdy parts. I also…
    www.cnckitchen.com

  • Thomas Sanladerer hat zu einem sehr ähnlichen Thema gerade ein interessantes Video gemacht:

    Get the benefits of a 0.6mm nozzle with a 0.4?

    Er hatte vor ein paar Wochen ja schon mal die These aufgestellt, dass 0.6 mm Düsen die bessere Wahl wären, als die standardmäßigen 0.4 mm Düsen:

    0.4mm nozzles just became obsolete

    Dafür hat er nicht nur positive Reaktionen bekommen. Auf jeden Fall haben scheinbar eine Menge Leute daraufhin ihre 0.4 mm Düsen gegen 0.6 mm getauscht. Ich werde das demnächst auch mal ausprobieren.

    Im neuen Video kam er auf die interessante Idee, die 0.4 mm Düse beizubehalten, aber mit einem Slicer Profil für 0.6 mm Düsen zu drucken. Allerdings mit einer Schichthöhe von 0,2 mm. Die Ergebnisse fand ich zumindest verblüffend.

  • Selbst Prusa spukt beim neuen Prusa Slicer nicht so große Töne. Da steht was von kann unter bestimten Umständen... Das Arachne ist nicht schlecht aber es kann nicht zaubern. Die Qalität einer 0,4mm Düse bekommt man mit einer 0,4mm Düse. Mit einer 0,6mm Düse kommt man unter bestimmten Voraussetzungen dieser Qualität sehr nahe. Dazu muß das Druckobjekt aber einige Voraussetzungen erfüllen. Vermutlich wird Ultimaker weiter daran feilen und irgendwann ist dann der Druck mit 0,4mm Düse mal perfekt. Oder auch nicht.

  • Prusa ist mit der Arachne-Implementation bei weitem nicht fertig, die Extrusionsmengen stimmen hinten und vorne nicht


    Das hier war mein erster Testdruck mit deren Arachne-Engine. Eigentlich noch ganz simpel, 0,4mm mit einer 0,4er Düse. Am oberen Ende vom Bogen sieht man, wie die unterextrudierten Linien der Schlauchschelle schon beim ersten Bewegen auseinanderplatzen. Mit der alten Engine funktionieren die Schellen 1-a, hab 4 Stück davon im Einsatz..

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!

Unread Threads

    1. Title
    2. Replies
    3. Last Reply
    1. Brauche Hilfe :( 6

      • Joey
    2. Replies
      6
      Views
      19
      6
    3. Michael

    1. Glitter Filament PLA+ 5

      • Tosi0812
    2. Replies
      5
      Views
      72
      5
    3. Tosi0812

    1. Drehmomentschlüssel für gelegentlichen Düsenwechsel drücken? 3

      • wapjoe
    2. Replies
      3
      Views
      23
      3
    3. jorkki

    1. Bresser Raptor 3

      • Gallier1975
    2. Replies
      3
      Views
      39
      3
    3. Gallier1975

    1. Was druckt ihr gerade? Zeigt Mal her! 5.3k

      • Relaxo
    2. Replies
      5.3k
      Views
      511k
      5.3k
    3. 0.02 Inch