Seltsamer Effekt beim ABS-Druck auf PEI-Federstahl

  • Hallo zusammen,

    ich habe gerade wieder eine Erfahrung gemacht und möchte die gerne teilen.

    Ich bin gerade dabei, ein paar ABS Teile zu drucken. In letzter Zeit drucke ich gern auf eine doppelseitige PEI Platte von Energtic, die hat eine glatte und eine leicht strukturierte PEI Beschichtung. Mir gefällt die Bauteilschicht von der strukturierten Seite ganz gut, weil alle Linien der ersten Schicht verschwinden. Leider hält diese Platte auf meiner Magnetfolie schlechter als meine anderen Federstahlplatten, möglicherweise, weil jeweils noch die PEI Schicht dazwischen ist. Das war allerdings bis jetzt kein Problem.

    Ich hatte bereits einige Teile gedruckt, die recht gut gelungen sind:



    Beim nächsten Teil hatte ich dann dieses Ergebnis:



    Das konnte ich mir zunächst nicht erklären. Um schnell ein mechanisches Problem auszuschließen, habe ich mir einen zweiwandigen Minitower gedruckt:



    Der sieht soweit makellos aus, ein mechanisches Problem am Drucker war also wenig wahrscheinlich.

    Ich habe dann eine Nacht drüber geschlafen und bin zu dem Verdacht gekommen, daß die inneren Spannungen im Bauteil zu diesem Verzug führen. Das Teil ist recht massiv, mit 4 Wänden und 40% Infill, 5 Layer oben und unten. Das Teil hält super am Druckbett, ohne Warping - allerdings mit etwas Dimafix als Nachhilfe. Das führt zu dem Schluß, daß die Bauteilspannungen möglicherweise die PEI-Platte auf Grund der schwächeren Magnethaftung vom Druckbett aufwölben. Ich stand nicht daneben, deshalb ist das nur eine Theorie.

    Ich habe nun das gleiche Teil nochmal auf meiner 2mm Prinplate Extreme gedruckt, da sollte sich nix verformen. Das Ergebnis:



    Das Teil ist wieder maßhaltig.

    Ich weiß jetzt nicht, warum die ersten Drucke funktioniert haben und dann nicht mehr. Der einzige Grund, der mir einfällt ist vielleicht, daß die magnetische Haltekraft der Folie nachläßt. Ich drucke das ABS mit eingestellten 110°C, auf dem Sidewinder kommen da meist 15°C, außen sogar noch weniger raus. Eigentlich soll die Magnetfolie bis 120°C halten, aber wer weiß, ob das tatsächlich so ist.


    Gruß Roland

    Artillery Sidewinder X2 - Octoprint - Cura 4.20.10

    Demnächst: Voron Trident 300³ mit Revo Voron Hotend, Stealthburner, CW2 und Tap Probe - Klipper - Mainsail

  • Das führt zu dem Schluß, daß die Bauteilspannungen möglicherweise die PEI-Platte auf Grund der schwächeren Magnethaftung vom Druckbett aufwölben. Ich stand nicht daneben, deshalb ist das nur eine Theorie.

    Möglich.. dann wäre der Boden eigentlich jetzt noch gewölbt, ist er das?

    Halt mal nen Lineal gegen den Boden (oder was anderes, das gerade ist)

    Zu dünne Federstahlplatte, die nicht gut auf Magnetfolie haftet, kann von ABS durchaus hochgebogen werden. Auch ein Nachlasesn der Magnetfolie bei hohen Bett-Temperaturen ist schon passiert. Da soll die Graviflex der Firma Schallenkammer besser abschneiden.

  • Die PEI Platte ist verwölbt, wenn sie heiß ist. Jetzt ist sie kalt, ich habe sie gerade mal auf die Schreibtischplatte gelegt. da ist sie wieder glatt, es läßt sich nirgends was durchdrücken.

    Momentan hab ich gerade die Magnetfolie von Philipp drauf. Wenn die tatsächlich nachläßt, habe ich noch eine von 3DJake liegen. Ich hatte mir mal das Flexplate System mit Nanobeschichtung geholt, diese Magnetfolie soll auch bis 120°C gehen. Die Nanoplatte selbst ist nicht so gut, da ist mir sogar PETG runtergehüpft. Auch von der Energtic Platte habe ich die Magnetfolie noch, man kann ja kaum eine PEI-Platte ohne Magnetfolie kaufen.

    Wie auch immer, man muß halt nur die Effekte kennen, dann kann man auch was dagegen machen. Es war halt nur schade um das schöne ABS, was ich da verheizt habe. Das wird aber sicher nicht der letzte Ausschuß gewesen sein.


    Gruß Roland

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  • Passiert schon mal, hab ich auch gelernt. Wenn ein entsprechendes Objekt gedruckt werden muss, setz ich zusätzlich Klammern ans Druckbett.

    Die PEI Platte ist verwölbt, wenn sie heiß ist. Jetzt ist sie kalt, ich habe sie gerade mal auf die Schreibtischplatte gelegt. da ist sie wieder glatt, es läßt sich nirgends was durchdrücken.

    Stephan meinte vermutlich das gedruckte Objekt.

  • Ich hatte zwei fehlgeschlagene Bauteile, beim ersten war's nicht so stark ausgeprägt, aber auch außer Maß. Beim Zweiten hatte ich zusätzlich Klammern dran. Das hat aber nicht verhindert, daß die Mitte offenbar hochgezogen wird. Mit der 2mm Glasfaserplatte jetzt ist Ruhe. Dafür sieht die Unterseite nicht so schön aus wie auf der rauhen PEI. Funktion ist aber wichtiger.

    Das Druckteil ist auf der Unterseite absolut gerade. Der Staucheffekt ist erst ab 21mm Höhe, da hat sich unten nix mehr bewegt.

    Das betroffene Teil auf dem zweiten Bild ist auf der linken Seite gut anderthalb mm weniger hoch als auf der rechten Seite. Es müßte also nur die Vorderseite hochgekommen sein. Auf dem Bild schaut man auf die X-Achse, die Y-Achse läuft auf der Ebene des Bildes. Die linke Seite war also auf dem Druckbett vorn.


    Gruß Roland

    Artillery Sidewinder X2 - Octoprint - Cura 4.20.10

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