Keinerlei Haftung auf neuer magnetischer PEI-Platte

  • Ich habe mir für meinen Artillery, der ja über eine Ultrabase Glasplatte verfügt, eine PEI beschichtete Federstahlplatte gekauft und zwar diese.


    Der Shop ist hier im Forum schon einige mal empfohlen wurden. Deshalb habe ich dort bestellt. Mit der Lieferung hat auch alles prima geklappt. Nach 10 Tagen ist die Platte gestern angekommen. Sie macht auch äußerlich einen guten Eindruck. Es gibt keine Kratzer, oder sonstige Macken.


    Aber die Platte funktioniert nicht. Ich habe keine Ahnung, was ich falsch mache. Aber auf der pulverbeschichteten rauhen Seite haftet überhauft gar nichts. Und auf der glatten Seite habe ich am Anfang etwas Haftung, aber sobald der Druck so drei Millimeter hoch ist, löst sich das Teil an den Ecken massiv ab. Und nach Beendigung des Druckes bei noch heißem Druckbett kann ich das gedruckte Teile einfach so abnehmen. Die Haftung ist nur minimal.


    Was habe ich alles probiert? Zuerst natürlich das Bett neu mechanisch auf 0,05 mm mit Fühlerlehre gelevelt. Dann das automatische Leveling laufen lassen. Dann nochmal mit den Babysteps den Z-Offset ganz exakt eingestellt. Ich habe beide Seiten der Platte mit Isopropanol entfettet, nur zur Sicherheit. Da ich zur Zeit nur PLA drucke und bisher das Druckbett auf 60 Grad geheitzt hatte, bin ich jetzt auf 70 Grad hoch gegangen, weil ja durch das Federstahlblech und die dicke Magnetfolie doch einiges an Wärme zusätzlich geschluckt wird.


    Naja, und dann habe ich versucht zu drucken. Aber keine Chance. Auf der rauhen Seite legt die Düse das Filament einfach auf die Platte. Es hafte absolut Null. Ich habe die Düse soweit runter gefahren, das sie gerade noch nicht kratzt. Nichts. Dann bin ich wieder etwas höher gefahren, damit die Düse das Filament auch ordentlich rausschieben kann. Wieder nichts. Ich habe die Geschwindigkeit für den ersten Layer ganz langsam eingestellt. Auch nichts. Ich habe den Flow für den ersten Layer erhöht. Auch hier wieder nichts. Ich weiß nicht mehr weiter. Es ist fast so, wie wenn man Wasser auf ein frisch gewachstes Auto kippt. Das perlt einfach ab. Und auf der glatten Seite ist die Haftung wie oben schon geschrieben, auch nur minimal. Dabei habe ich erst vor ein paar Tagen ein Video gesehen, wo einer eine solche Platte getestet hat. Bei dem haben die Drucke so massiv gehaftet, das es ihm beim Abnehmen des Druckes die Folie vom Federstahl mit hochgezogen hat.


    Überall verwendet man doch diese PEI beschichteten Federstahlplatten. Bei uns in der Firma läuft seit einiger Zeit ein 3D-Drucker, mit genau einer solchen Druckplatte. Und da klappt das einwandfrei. Irgend etwas muss ich doch noch falsch machen. Nur ich habe absolut keine Idee, was ich im Moment noch machen soll. Ich hoffe hier noch ein paar Tips zu bekommen.


    Raimund

    Drucker: Artillery Genius Pro

  • Also ich habe auch mal so eine PEI beschichtete Federstahlplatte gekauft. Eigentlich nur zum Probieren, ich bin eigentlich überzeugter FR4-User. Ich habe die Platte zwar bei Amazon gekauft, aber die sah ganz genauso aus wie Deine, eine Seite glatt, die andere gröbere Struktur, bernsteinfarbig, die Federstahlplatte mit zwei Löchern in der Ausbuchtung, kam auch aus China. Die Platte hat genau einen Druck perfekt funktioniert, bei einem zweiten, unmittelbar folgenden Druck mit dem gleichen Objekt, den gleichen Parametern, am Drucker nichts verändert ---- ging nichts mehr, keine Haftung, absolut Null. Dann habe ich auch versucht, tiefer zu leveln, aber keine Chance. Nach meiner Einschätzung, hat das einmalige Erwärmen bereits die Oberfläche verändert, die Farbe der Platte ist auch etwas dunkler geworden. Die Druckbetttemperatur war allerdings 105 Grad (für Nylon). Vielleicht hast Du beim Leveln die Platte überhitzt oder sie hält nicht mal 70 Grad aus. Das angebliche PEI-Zeugs habe ich runtergeschliffen und auf die Federstahlplatte FR4 draufgepappt, das funktioniert sehr gut. Somit war es nicht mal ein Fehlkauf, nur die Zeitaufwand für den zweiten vergeblichen Druck war reine Zeitverschwendung.

    Creality K1 Max, Tronxy X5SA-500 PRO (im Umbau auf Klipper), Tronxy X5SA PRO/Klipper, Creality Halot One

    Edited once, last by DIY_Fan ().

  • Das die Platte überhitzt wurde, glaube ich eher weniger. Ich hatte ja beim Leveln nur 60 Grad eingestellt und beim Druck 70 Grad. Wobei diese 70 Grad ja an der Magnetplatte auch gar nicht anlagen. Gemessen wird die Temperatur ja in der Heizmatte. Was dann oben an der Druckplatte ankommt, ist deutlich weniger.


    Irgendwie habe ich fast den Verdacht, das auf der Platte nocj irgend etwas drauf ist, ws erst abgeschrubbt werden muss.


    Ev. habe ich auch einen Fehler gemacht. Irgendwo hatte ich gelesen, man soll Isopropanol nicht mit 99% verwenden, sondern auf 70% verdünnen. Also habe ich mir gleich 70prozentigen Iso gekauft. jetzt lese ich aber plötzlich an mehreren Stellen, man müßte bei PEI 99prozentigen Iso verwenden. Ja, was stimmt nun. Außerdem schwören viele auf nicht rückfettendes Spülmittel und heißes Wasser. Aber welches Spülmittel ist denn nicht rückfettend? Wir kriegt man denn das wieder raus?


    Raimund

    Drucker: Artillery Genius Pro

  • Du kannst statt Isopropanol mal versuchen, die Platte mit nicht-fettendem Spülmittel und der rauen Seite eines Topfschwamms ordentlich abzuschrubben. Soll bei PEI auch helfen.

    Qidi iMate-S, Creality Ender-3 V2

  • Es hafte absolut Null.

    Die Schutzfolie auf der glatten Seite hast Du hoffentlich entfernt?

    Ich würde mal eine andere Rolle versuchen - ich habe hier auch eine Rolle PLA von StrongHero3D, die will auf PETG (und auf sich selbst) einfach nicht gut haften.


    Wenn gar nichts mehr geht, kannst Du die glatte Seite mit 3000er-Schleifpapier leicht nass anschleifen, das hilft immer. Ist dann allerdings nicht mehr ganz so smooth wie vorher, aber das passiert sowieso über kurz oder lang.


    Die (glatten) PEI-Platten von Energetic sind jedenfalls gut, ich hab davon mehrere im Einsatz.

  • Die Schutzfolie auf der glatten Seite hast Du hoffentlich entfernt?

    Ja klar.


    Ich möchte eigentlich nicht so gern gleich die neue PEI-Folie abschleifen.


    Ich muss mal sehen, wo man nichtrückfettendes Spülmittel herbekommt. Ich finde überall nur das Zeug wo eben irgendwas drin ist, um die Haut zu schonen. Hab noch nichts anderes bisher gefunden.

    Drucker: Artillery Genius Pro

  • PLA und PETG zumindest haftet auf PEI wie die Seuche.

    Welches Isopropanol wird zum Abwaschen verwendet, wie rein ist das?

    Zum "refresh" von PEI wird Aceton 99% empfohlen um das grundsätzlich zu entfetten.

    Die aufheizende Platte (handwarm) reibt man mit Zewa und Wasser mit nem WINZIGEN Tropfen Spüli drin ab. Beim Abreiben wenn das verdunstet merkt man eigentlich sschon, wie das Papier plötzlich nicht mehr gleiten will und sich "festbeisst". Da haftet dann alles drauf!

    Mit dem hier verwendeten Drucker habe ich mich nicht beschäftigt, für Prusa gibt es eine 1st Layer calibration https://help.prusa3d.com/artic…yer-calibration-i3_112364

    Das ist mehr wert als jede Fühlerlehre oder Kassenzettel-Hilfsmittel.

    Ob das was der "Ali" da verkauft wirklich Ultem/PEI ist, das ist wieder eine ganz andere Sache.

  • Danke für die Tips. Aber von Aceton wird doch in Verbindung mit PEI immer strengstens abgeraten.


    Das von mir verwendete Isopropanol hat 70% und ist aus der Apotheke, sollte also ziemlich rein sein.


    Die Platte, die ich gekauft habe, ist schon gut. Ich habe das mal mit der Platte verglichen, die bei mir in der Firma auf dem Raise 3D Pro verwendet wird. Die sieht genauso aus und fühlt sich auch genau so an.


    So einen First Layertestdruck habe ich mir gleich als aller erstes erstellt. Damit merkt man sofort, ob die Düse den richtigen Abstand zum Bett hat.


    Ich werde mir jetzt erst mal fettfreies Spüli besorgen und damit die Platte ordentlich bearbeiten. Wer weiß durch wieviel fettige Hände die Platte in China gegangen ist.


    Raimund

    Drucker: Artillery Genius Pro

    Edited once, last by raimcomputi ().

  • Würde mich auch interessieren woher Du fettfreies Spüli beziehen kannst :)

    Sidewinder X1, FlashForge Guider IIs, FlashPrint, (Cura), Raise3D E2,Bambulab A1 Mini, IdeaMaker, Bambu Studio, Fusion 360 - Der mit dem "First Layer Fetisch" :)

  • Bin gespannt, ob es bei Dir hilft die Haftung zu verbessern.

    Sidewinder X1, FlashForge Guider IIs, FlashPrint, (Cura), Raise3D E2,Bambulab A1 Mini, IdeaMaker, Bambu Studio, Fusion 360 - Der mit dem "First Layer Fetisch" :)

  • Man antwortet Dir um Dir zu helfen. Wenn Dir die Antworten nicht gefallen, dann ist Dir nicht zu helfen. Wo von Aceton abgeraten wird, weiss ich nicht, keine Ahnung welche Tictocks das sein mögen. Prusa empfiehlt es. Ich habe es Dir auch empfohlen weil ich damit seit Jahren gute Erfahrungen habe. Wo Dein ISO herkommt ist völlig egal. Mit 70% ist es auch nur zu 70% rein. Der Rest ist was Anderes. Hauptsächlich Wasser vermutlich. Wenn Du der Meinung bist, dass die Platte gut sei und das ließe sich durch Befühlen bestimmen, dann ok. Billig war sie jedenfalls. Oder auch nicht....

    Wenn also Deine Platte gut ist, mit ausreichend reinem Reiniger gereinigt und der 1st Layer passt, dann wirst Du wohl umziehen müssen. Dann kann es ja nur noch an der schlechten Aura des Hauses liegen...

  • Ich weiß gar nicht, welche Laus dir über die Leber gelaufen ist und warum du mich hier so anpampst. Wenn es dir nicht gefällt, was ich dir geantwortet habe, dann schau doch einfach hier nicht rein. ;)


    Ich bin Neuling und habe eine Frage gestellt. Das mit dem Aceton habe ich irgendwo hier im Forum gelesen, finde es nur nicht mehr wieder. Und auch das man kein 99%iges ISO nehmen soll, ist eine Info unter anderem hier aus dem Forum. Und auch die Empfehlung des Händlers bei Alexpress, wo ich die Platte gekauft habe, stammt von hier.


    Also immer schön friedlich bleiben, ist besser für die Gesundheit. ;)

    Drucker: Artillery Genius Pro

  • Also bei meinem Lokalen Händler steht in der Beschreibung zur PEI Druckoberfläche:


    "Vor jedem Druck wischen Sie Ihre PEI-Oberfläche mit 70-91% Isopropylalkohol ab, um sicherzustellen, dass jegliche Fett- oder andere Rückstände, die sich an der Oberfläche angesammelt haben, entfernt sind.Dies wird dazu beitragen, Ihre Oberflächenhaftung stark zu erhöhen.


    Verwenden Sie Isopropylalkohol, Methylalkohol oder Seife, um Ihr PEI nach Gebrauch zu reinigen.Mit anderen Worten, PEI kann durch den Einsatz von Isopropylalkohol gereinigt werden, was theoretisch die Haftung unterstützt, wenn man sie verliert."


    Ich hab schon in verschiedenen Zusammenhängen gelesen, dass PEI nicht mit Aceton gereinigt werden soll.


    Sidewinder X1, FlashForge Guider IIs, FlashPrint, (Cura), Raise3D E2,Bambulab A1 Mini, IdeaMaker, Bambu Studio, Fusion 360 - Der mit dem "First Layer Fetisch" :)

  • Hab mal bei Prusa nachgeschaut

    "Acetone

    PEI can lose its adhesive powers after a couple of hundred hours. When you see models coming loose regularly, wipe the surface thoroughly with acetone to restore the adhesion. This should only be used in the smooth PEI sheet and only around once per month. Do not overuse acetone. Extended use makes PEI surface brittle. Also, do not use acetone before printing with PETG.

    For the textured and the satin steel sheets, do not use acetone at all! Other chemical solvents, like Nail polish remover or brake-cleaner, can also contain acetone (acetates)."

    Sidewinder X1, FlashForge Guider IIs, FlashPrint, (Cura), Raise3D E2,Bambulab A1 Mini, IdeaMaker, Bambu Studio, Fusion 360 - Der mit dem "First Layer Fetisch" :)

    • Die glatten PEI-Platten von Energetic sind sehr gut, ich verwende die schon seit Jahren.
    • PLA und PETG haften üblicherweise gut auf glattem PEI, insbesondere Silk-PLAs manchmal zu gut. Aber nicht immer - gelegentlich kann einem schon mal eine Rolle Filament unterkommen, die schlecht bis gar nicht haftet. Und es kann auch passieren, dass ein Filament einen nicht sichtbaren Rückstand auf der Druckplatte zurücklässt, so dass danach nichts mehr richtig haften will.
    • IPA ist m. E. der optimale Reiniger für PEI, ich verwende meist unverdünnten IPA.
    • Ob Aceton hilft und nicht schadet, kann ich nicht sagen - ich kann den Geruch nicht ab.

    Mein Mittel der Wahl bei Nichthaftung ist seit Jahren leichtes Anschleifen. Das habe ich bei meinen älteren Platten schon zig-mal gemacht, ohne dass da ein nennenswerter Verschleiß auftritt. Und mit 3000-er Schleifpapíer ist es hinterher immer noch ziemlich glatt. Zugegebenermaßen nicht mehr spiegelglatt wie bei Auslieferung - aber das verliert sich sowieso nach ein paar Drucken.

  • Auf der glatten PEI Folie geht es ja auch besser, auch wenn ich eigentlich gedacht hätte, das müßte noch besser haften. Aber ich werde die Folie erst noch mal richtig gründlich entfetten, dann wird das schon werden. Was mich viel mehr wundert, das ist die rauhe PEI Oberfläche. Da sollte sich doch eigentlich das Filament richtig reingraben. Ist denn für diese rauhe Seite auch ISO geeignet?


    Naja, ich werde mir auf jeden Fall noch eine Flasche mit 99%igem ISO und ein rückfettungsfreies Spülmittel organisieren. Und dann sehen wir mal weiter.


    Die Platte sieht jedenfalls auf beiden Seiten perfekt aus und ich glaube nicht, das es grundsätzlich an der Beschichtung liegt.

    Drucker: Artillery Genius Pro

  • Was mich viel mehr wundert, das ist die rauhe PEI Oberfläche. Da sollte sich doch eigentlich das Filament richtig reingraben. Ist denn für diese rauhe Seite auch ISO geeignet?

    Auf glattem PEI ist die Haftung besser als auf der pulverbeschichteten Seite. IPA geht bei beiden.

  • Naja, Aceton soll ja beim Drucken von PETG nicht verwendet werden da das sonst ZU GUT haftet.

    Dieses Problem jedenfalls liegt ja hier nicht vor.


    Ich klinke mich hier auch schon aus.

    Mein Drucke halten auf PEI ganz hervorragend auch ohne dass extra "7 Generationen Zitronen & Ingwer Geschirrspuelmittel" auf Amazon bestellt werden musste...

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