Tipps und Kaufberatung

  • Liebe Wissende,


    ich möchte mir einen Laser zulegen. Vornehmlich möchte ich Edelstahl gravieren und Multiplex bis 20 mm schneiden.


    Mir gefällt der ATOMSTACK A12 Pro. Warum: weil er mir, was Rollen usw. angeht, als am hochwertigsten von den Günstigen erscheint. Oder irre ich?


    Dazu jetzt ein paar Fragen:


    1. Wie gesagt: ist das Teil hochwertiger als die anderen oder täuscht das?

    2. Reicht der Laser eigentlich für meine Zwecke?

    3. Ist vielleicht ein Laser mit einfachen Kunststoffrollen doch einfacher zu warten/reparieren?

    4. Hier wird immer auf die Seite "Tomtop" verweisen. Dort wird auch der Atomstack a12 für 360 Euro angeboten, was durchaus in meinem Rahmen wäre. Ist der Anbieter verlässlich?

    5. Oder doch lieber ein anderes Modell ... ?


    Danke für Tipps!


    Gruß

    Holger

  • 20mm Multiplex und auch Edelstahl sind jetzt nicht unbedingt die besten Kandidaten für einen 12W Laser.. zumindest wenn Du auf das vorherige Beschichten bei Edelstahl oder viele Durchgänge beim Holz verzichten möchtest.


    Ich würde es mit deutlich mehr Laserleistung versuchen..


    Für Gravuren / Färben von Edelstahl wäre so ein IR-Modul wahrscheinlich besser geeignet, die kosten aber auch gerne mal 400,- Euro einzeln.


    Die POM Kunststoffrollen sind meiner Meinung ausreichend und meist deutlich billiger als die höherwertigen Modelle mit Linearschienen.


    Tomtop ist ein China Kistenschieber, wie die anderen auch. Mehr als einen guten Preis in den ständig wechselnden Angeboten darf man da aber nicht von erwarten, vor allem keinen Service. Es bleibt ein Kistenschieber. Aber das macht immerhin er zuverlässig.

  • Also mit der Beschichtung hab ich jetzt eigentlich keine Probleme. Die Ergebnisse, die auf Youtube mit Folien-Sprüh-Zeuch und selbst mit Senf (und nem 5-Watt-Laser!) gezeigt werden, sahen eigentlich sehr gut aus. Oder wird das mit einem stärkeren Laser und ohne Senf wirklich deutlich(!) schöner?

  • Jo. Die Bezeichnung Linearführung trifft im Prinzip auch für die V-Nutrollen zu, suggeriert da etwas Höherwertiges. So genau wie wir es benötigen, sind die Rollen mit Sicherheit gut genug. Zudem sind die robuster und lassen sich sehr einfach einstellen.

    Edelstahl gravieren, funktionier ohnehin nicht. Im besten Fall, kann die Oberfläche ein wenig mit den Anlassfarben eingefärbt werden. Ab ca. 20W ist das möglich. 10-12W Laser haben zwar den Vorteil, daß der Laser stärker gebündelt ist und damit feiner schneidet, der geht mit zunehmender Materialstärke aber dann auch in die Breite. 10W ca. 10mm und 20W etwa 20mm Holz sind mit einem Durchgang möglich.

    Atomstack ist schon in Ordnung, die anderen Kandidaten sind jedoch auch nicht viel anders. Der Unterschied liegt eher im Zubehör oder der Möglichkeit der Bedienung. AirAssist sollte schon dabei sein und dann die Frage, ob Du den PC neben den Laser stellen möchtest oder besser nicht. Vergiß auch die Absaugung... nicht.

    So lange das Gerät im ordentlichen Zustand ankommt, sind China-Händler kein Problem. Im Streitfall wird es immer etwas schwieriger. Die unterliegen nicht den Regelungen der EU.

  • Was die Möglichkeiten angeht:

    Wie bereits gesagt, kannst du Gravieren komplett vergessen. Anlauffarben stellen kein Problem dar. Mit genug Zeit kann das auch ein 5W-Modul mit einer Diode. Über das Ergebnis kann man dann streiten. Optimal finde ich hierfür 10W. Da hast du einen feinen Spot und ordentlich Energiedichte. Im Idealfall nimmst du ein Modul von Sculpfun. Diese haben im 2-Dioden-Bereich mit Abstand die beste Spotqualität. Sind halt die einzigen mit rechtwinkliger Überlagerung per Polfilter. Alle anderen setzen per Spiegelschnitt nebeneinander. Dadurch haben diese als einzige einen quadratischen statt rechteckigen Spot und eine höhere Energiedichte.

    Schneiden bis 20mm Multiplex … geht, sieht aber in der Regel beschissen aus. Da nimmt man besser eine Säge oder Fräse. Aber wenn man unbedingt will, bekommt man das schon durch.

    Jetzt kann man natürlich mehr Leistung nehmen. Mehr Leistung bedeutet größerer Spot und damit schlechtere Qualität bei der Gravur.

    Ich habe es selbst nicht gemessen, aber von einem der sich sehr intensiv auch beruflich mit Lasern auseinandersetzt, habe ich mir sagen lassen, dass man für eine höhere Energiedichte als beim Sculpfun 10W in den Bereich der 40W-Module gehen muss. Diese sind zum Gravieren hingegen absoluter Mist.


    AirAssist und Gehäuse mit Abluft ins Freie sind absolutes muss. Ohne wirst dich in dem Raum nach kurzer Zeit nicht mehr aufhalten wollen.


    Ob Linearführung oder Rolle ist Geschmacksache. Beides hat ausreichend Präzision.


    Von Tomtop habe ich positive Erfahrungen gehört, aber ebenso viele negativen. Wie bereits gesagt, so lange es zu keine Problemen kommt ist alles ok. Ansonsten kann ich dir jetzt schon sagen, dass du dich lange rumärgern wirst.

  • Den Atomstack kenne ich nicht, ist aber soviel ich weiss ähnlich wie mein Orthur LM3.


    Edelstahl/Chromstahl gravieren ist kein Problem, dafür reicht schon mein 10W.

    Hier ein Beispiel eines Flachmannes welcher ich für nen Kumpel gemacht hab.

    Mit Vorbehandlung mit Sprühlack, gibt das ein sehr schönes Schwarz.



    20mm Multiplex würde ich mal sagen, kriegst du mit dem A12 pro nicht hin. Das liegt aber weniger an der Leistung, als am Fokus. Wenn es wirklich 20 mm sein sollen, würde ich dir zu einem Laser mit verstellbarer Z-Achse raten, oder noch besser Fräsen. 10 oder auch 12 mm habe ich auch schon geschnitten, das gibt aber katastrophale Schnittkanten.

    3D Drucker: Creality Ender 3 S1 Pro

    3D Scanner: Creality Ferret Pro

    Laser: Ortur Laser Master 3

  • Danke für Eure Tipps! :)

    Mit diesen und meinen weiteren Nachforschungen bin ich zu folgenden Schlüssen gekommen:


    1. Da kein Gerät offenbar wirklich schlecht ist und jeder was anderes empfiehlt, scheint es offenbar egal zu sein, welche Marke man kauft ... ?

    2. Die besten Ergebnisse auf Edelstahl scheint man wohl mit einem IR-Laser hinzubekommen?


    Daher nun meine Idee:


    Ich kauf mir einen günstigen 20W-Laser (für Holz) von einem Hersteller, der auch IR-Module anbietet. Dann kauf ich zusätzlich das IR-Modul für Edelstahl.


    Gute Idee?

  • Gute Idee?

    Das hast du richtig erkannt, die eierlegende Wollmilchsau gibt es bei Lasern nicht.


    Mein OLM3 hat 445 nm Wellenlänge. Damit kann ich fast alles machen, was ich möchte. Einzig transparentes (Plexi-) Glas schafft dieser nicht. Dazu habe ich mir schon öfters überlegt einen CO2 Laser anzuschaffen. Diese arbeiten meines Wissens im IR Bereich und schaffen solche Sachen - dafür anderes wiederum nicht :D


    Es gibt aber mittlerweile Diodenlaser mit verstellbaren Wellenlängen.

    Siehe diesen Bericht:

    Laserpecker 4 – Desktoplaser im kompakten Format – drucktipps3d.de

    3D Drucker: Creality Ender 3 S1 Pro

    3D Scanner: Creality Ferret Pro

    Laser: Ortur Laser Master 3

  • Noch ne Frage: ist man eigentlich auf die Lasermodule der Hersteller angewiesen oder kann man auch Module eines Herstellers an Fahrgestelle anderer Hersteller schrauben?

  • Das wird sicherlich irgendwie möglich sein.

    Oftmals benötigt es dann aber auch Eingriffe in die Firmware oder G-Code oder so.

    Da bin ich aber dann mit meinem Latein auch am Ende.

    In anderen Foren kannst du auch mitlesen wie eigene Laser oder Fräsen gebaut und programmiert werden.

    Ich bin da aber dann eher der Typ der sich zwei Laser anschafft.

    3D Drucker: Creality Ender 3 S1 Pro

    3D Scanner: Creality Ferret Pro

    Laser: Ortur Laser Master 3

  • Diese arbeiten meines Wissens im IR Bereich und schaffen solche Sachen - dafür anderes wiederum nicht :D

    Fast richtig. Hier muss noch die Unterscheidung zwischen Nahes und Mittlers Infrarot gemacht werden. Nahes Infrarot wie beinernem Faserlaser geht zum Beispiel wieder durch Glas durch. CO2 arbeitet im mittleren Infrarotbereich und ist somit recht gut als reine Wäremestrahlung vergleichbar. CO2 kann eigentlich alles außer Metall. Bzw. bräuchte hierfür ungleich mehr Energie.

    Nahes Infrarot hingegen kann sehr gut Metall bearbeiten und (zumindest nicht transparente) Kunststoffe. Ist aber ansonsten für alles andere ungeeignet.


    Ich kauf mir einen günstigen 20W-Laser (für Holz) von einem Hersteller, der auch IR-Module anbietet. Dann kauf ich zusätzlich das IR-Modul für Edelstahl.

    Also wenn du nicht über die 20W willst würde ich dir wie bereits erwähnt wegen höherer Energiedichte zum 10W von Sculpfun raten. Und ja, hier (und auch nur hier) macht der Hersteller einen großen Unterschied.


    Erwarte von dem IR-Modul aber nicht zu viel. Die haben zwar die selbe Wellenlänge wie Faserlaser, sind diesen aber in jeder Hinsicht weit unterlegen. Um genau zu sein handelt es sich hier um DPSS-Laser. Damit bekommst du zumindest einen geringen Materialabtrag hin. Für das was die können, sind sie jedoch sehr teuer.



    Vom Laserpecker würde ich abraten. Bisher höre ich nur von schlechter Spotqualität und der Preis ist recht unverschämt.


    Noch ne Frage: ist man eigentlich auf die Lasermodule der Hersteller angewiesen oder kann man auch Module eines Herstellers an Fahrgestelle anderer Hersteller schrauben?

    Kannst du problemlos machen. Fast alle benutzen Klone des selben Controllers. Im schlimmsten Fall musst du die Pinbelegung eines Steckers (kenne da bisher keinen einzigen Fall, bei dem das nötig gewesen wäre) und die Halterung anpassen.

    Wegen der Stromversorgung musst du nur wie bereits von Stephan erwähnt darauf achten ob der Laser 12V oder 24V benötigt.


    Oftmals benötigt es dann aber auch Eingriffe in die Firmware oder G-Code oder so.

    Ähm … nein, eigentlich nicht.

    Die Firmware sagt, wie der Controller arbeitet. Für das Lasermodul bedeutet das von der Theorie her: Sende Strom + PWM.

    Das bekommt jedes Lasermodul auf die gleiche Weise. Pinbelegung kann hier variieren, das ändert man dann aber über den Stecker und nicht über die Firmware.

    G-Code bestimmt für das Modul nur, wann es mit welcher Leistung zündet. Das ist ebenso für jedes Modul gleich und daher keine Änderungen nötig.

    Das einzige wo man aufpassen müsste wäre, wenn gewisse Sonderfunktionen über das Modul gesteuert werden. Z.B. ein im Modul integrierter Abstandssensor, Flammsensor oder Ähnliches, was durch einen erweiterten oder mehrere Stecker vom Modul an den Controller gehen. Das sind dann aber auch schon sehr spezielle und auch entsprechend seltene Sonderfälle. Aber auch diese lassen sich dann mit ein wenig Fleiß an jeden Controller anschließen.

  • So, nach zwei Tagen Recherche mag ich jetzt nicht mehr (ich muss auch nebenbei noch was arbeiten). Das Ergebnis meiner Recherchen war jetzt ein SCULPFUN S10 10W. Ich bin gespannt ... :)


    Danke an alle noch mal!

  • ... das war ja klar, dass, sobald ich einen geordert habe, jemand kommt und sagt: "aber da gibt's doch was viel Besseres ..." :(


    Egal jetzt. Es wird immer was Besseres geben. 375 Euro inkl. Märchensteuer tun mir jetzt nicht weh. Falls mir das Thema "Gravieren" gefällt, kann ich immer noch aufrüsten.

  • Vielen Dank für deine Klarstellungen Bugenser .


    Nahes und Mittlers Infrarot

    Da wollte ich nicht zu weit ins Detail gehen, da ich angenommen hatte, dass wir nicht von Faserlaser sprechen.

    Sende Strom + PWM

    Das wusste ich nicht dass dies nur mittels PWM geschalten wird.


    Wie sieht es den mit Positionierung und Geschwindigkeiten aus? Angenommen ein neues Lasermodul hat 400g mehr Gewicht und 1 cm mehr Durchmesser. Dann wäre ja der Laser im Homing nicht mehr auf x0/y0, und die Beschleunigungen könnten durch das höhere Gewicht Probleme machen. Oder sehe ich das falsch?

    3D Drucker: Creality Ender 3 S1 Pro

    3D Scanner: Creality Ferret Pro

    Laser: Ortur Laser Master 3

  • Also mit dem S10 hast du definitiv keinen Fehler gemacht. Der steht bei mir auch rum und bin damit sehr zufrieden.

    Falls nicht dabei solltest du noch über einen AirAssist nachdenken. Der hält die Linse sauber und erhöht die Schneidleistung.

    Eine richtige Schutzbrille ist ebenfalls Pflicht und spätestens wenn du Holz schneidest, willst du eine Umhausung mit Absaugung.


    Für Brillen kann ich die hier Empfehlen:

    Schutzbrille für Diodenlaser 450nm - Plottmania.de

    Sind preislich gut und habennhalt einen tatsächlichen Schutz. Nutze selbst die Versionen für Diode und CO2.

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