P1P - Das hatte ich noch nie - Filament zwischen Extruderzahnrad und Heatbreakeingang blockiert!

  • Hallo,

    vielleicht habt ihr auch schon einmal bei eurem P1P (oder P1S oder ...) das gleiche Problem.

    Wie im Betreff kurz beschrieben kam, während des Druckens kein Filament mehr. Das kannte ich bis jetzt - nach über 760 Arbeitsstunden meines P1P nur vom Anycubic I3 Mega S. Aber erst mal der Reihe nach.

    Ich habe vor zwei Tagen meinem P1P neue Extruder-Zahnräder aus gehärtetem Stahl (direkt von Bambulab) gegönnt. Dabei wurde gleich alles gereinigt. Auch ein neues Heizelement mit 0,4mm gehärtete Düse (allerdings nicht von Bambulab) wurde von mir eingebaut. Danach habe ich ca. zwei Stunden problemlos PETG gedruckt. Gestern startete ich damit neue Filamente im Orcaslicer nach den Vorgaben von Nobufil für PCTG zu erstellen. (Siehe andere Einträge hier im Forum) Der eigentliche Unterschied zum "Generic PETG" sind eine Drucktemperatur von 265°C und die Betttemperatur ist bei 90°C. Alle anderen Eigenschaften wurden übernommen. Dann startete ich den ersten Testdruck mit einer Rolle PCTG im AMS. Hier drucke ich immer einen Moai, einen XYZ Würfel und eine von mir erstellte kreditkartengroße Filamentkarte gleichzeitig in normaler Geschwindigkeit. Dieser hat auch ohne Probleme funktioniert. Danach habe ich eine weitere Testpackung PCTG auf eine Rolle aufgewickelt (von Hand, war ja nicht viel) und dieses ohne AMS geladen. Neuer Druck mit den gleichen Eigenschaften gestartet und dann kam das Problem. Die Karte (1,2mm hoch) und der Würfel (20mm bei XYZ) wurden noch tadellos gedruckt, aber mitten im Moai kam kein Filament mehr. Nach dem Anhalten habe ich gleich den Extruder ausgebaut, was etwas schwierig war, weil ich das Filament nicht entladen konnte! Somit Schlauch entfernt und PCTG gekappt, damit ich den Extruder aus dem Druckkopf nehmen konnte. Selbst jetzt konnte ich zwar das Filament hin und her bewegen, aber ich bekam es nicht raus. Nach dem Entfernen der Gehäusedeckels und der Spannfeder versuchte ich das neue Extruderzahnrad auszubauen, aber es ging nicht. Nach einer halben Stunde habe ich es dann mit vorsichtigem Durchtrennen (alten Schraubendreher scharf geschliffen) des Filaments zwischen Zahnrad und Extruderausgang endlich geschafft den Zahnradsatz zu entfernen. Jetzt habe ich gesehen, dass wahrscheinlich das Filament beim Drucken durch das Nachfördern zwischen Zahnrad und Extruderausgang gestaucht wurde. Somit wurde es im Außendurchmesser dicker und passte nicht mehr durch die Öffnung zum Heizelement!. Alles gesäubert und zusammengebaut habe ich das gleiche PCTG wieder geladen. Es wurde ganz normal gepoopsed. Neuen Ausdruck starte ich heute Nachmittag.


    Hattet ihr auch schon mal so ein Problem? Meine Vermutung ist, dass durch das Drucken mit geschlossenem Druckraum und der hohen Betttemperatur von 95°C das Filament durch die wärmere Innentemperatur nicht mehr richtig gekühlt wurde. Dadurch wurde es weich und konnte gestaucht werden. Was meint ihr?

    Erschreckend für mich war, dass ich eine halbe Stunde tricksen musste um den Zahnradsatz im Extrudergehäuse zu entfernen. Er war wie verriegelt. Hat gewackelt, die Zahnräder waren locker aber rausbekommen habe ich sie erst nach dem Durchtrennen des Filaments von einer anderen Öffnung aus. Wäre diese nicht da gewesen, weiß ich nicht wie es ausgegangen wäre.


    Gruß, F.

    Anycubic I3 Mega S, Bambu Lab P1P (mit WOW-Effekt, Toleranztest ab Werk bei 0,15mm) + 1x AMS

  • Stimmt. Eine Verdickung im Filament wäre vielleicht auch eine Möglichkeit. Abhilfe für solche Fälle wäre eine definierte Öffnung in der Filamentführung, z.B. Loch mit 1,85 Durchmesser. Dann würde das Filament hier stecken bleiben und man müsste zumindest nicht den Extruder usw. ausbauen.

    Anycubic I3 Mega S, Bambu Lab P1P (mit WOW-Effekt, Toleranztest ab Werk bei 0,15mm) + 1x AMS

  • Ja. Aber das geht doch relativ einfach. Außerdem kommt es nicht häufig vor.

    Das mit der Verdickung im Filament ist selten, aber könnte es auch eine Stauchung durch dieser höheren Innentemperatur sein? Ich bin mir nicht sicher, weil ich PCTG nicht kenne.

    Anycubic I3 Mega S, Bambu Lab P1P (mit WOW-Effekt, Toleranztest ab Werk bei 0,15mm) + 1x AMS

  • Gut-Drauf

    Lt. Datenblatt liegt die Verformungstemperatur von PCTG bei 64°C.

    Bei geschlossenen Bauraum und einer Heizbetttemperatur von 90°C kann es durchaus sein, dass die Temperatur das Filament weich genug macht um es zu stauchen.


    Gruß

    Michael

  • Danke für die Info. Dann wundert es mich nicht. Ich habe gestern einen weiteren Testdruck mit offener Türe gemacht und es lief ohne Probleme. :thumbup:

    Anycubic I3 Mega S, Bambu Lab P1P (mit WOW-Effekt, Toleranztest ab Werk bei 0,15mm) + 1x AMS

  • Bei geschlossenen Bauraum und einer Heizbetttemperatur von 90°C kann es durchaus sein, dass die Temperatur das Filament weich genug macht um es zu stauchen.

    Aber nicht beim P1P/P1S/X1C.

    Da muss man schon den Bauraum so abdichten das die Hitze drin gehalten wird und vorher schon eine bis zwei Stunde via Heizbett den Bauraum hochheizen um die 64° zu erreichen. Normal ist es das im Bauraum problemlos auf 45° kommt und meistens pendelt sich das dann zwischen 50-55° ein. Höhere Temperaturen würde man mit einer aktiven Bauraumheizung schaffen die man zuschaltet. Und selbst dann muss man die laufen lassen um eine gewisse Temperatur zu halten. Normal sind die drei Drucker schlecht isoliert was Thermik betrifft und kühlen relativ schnell runter.


    Vermute hier auch mal das eher das PCTG vom Filamentstrang her zu dick war an der Stelle und sich dadurch das Filament im Extruder verhakt hat. Hatte ich selbst schon bei ABS, PA oder PETG gehabt.

    Bambulab X1C mit AMS x2

    Bambulab A1 Mini (Prototyp-Drucker)

    Bambulab P1S mit AMS x4 (Arbeit)

    CreatBot D1000 (Arbeit)


    OrcaSlicer/Bambu Studio

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  • Moin,


    es geht hierbei (in dieser Theorie) ja auch um die Wärme im Extruder und nicht um die Wärme im Druckraum. Welches aber durchaus voneinander abhängt…

    Da der Extrudermotor selbst warm wird (zumindest meine, einen BambuLab habe ich nicht), muss diese Wärme ja auch irgendwo hin abgeführt werden. Ein geschlossener Extruder ist hier sicherlich wärmer, als die alten offenen MK8-Extruder…

    Und ein warmer Bauraum wird hier sicherlich dafür sorgen, dass der Extruder selbst mehr Wärme behält, als eine kalte Umgebung…

    Es wäre etwas, was es zu beobachten gilt, wenn eine solche Verstopfung öfter vorkommt. Evtl. kann man ja den Strom zum Extruder reduzieren, wenns dem Filament im Extruder zu warm wird…


    Ich habe mir ein solches Verhalten mal eingebildet, als ich den MicrsoSwiss DirektDrive mit einem kleineren/leichteren Steppermotor ausgestattet und gleichzeitig den Strom hochgedreht hatte. Der wurde ganz schon warm und ich bilde mir ein, dass ich mit dem kleinen/warmen Steppermotor öfter TPU-Probleme hatte, als mit dem fetten/kühleren Steppermotor… Zumal der kleine Motor auch keinen „Vollkontakt“ zur Grundplatte hatte um die Wärme in die AluPlatte abzugeben…

    Edited 2 times, last by JoeBar ().

  • Grüß Gott und guten Morgen zusammen,


    deswegen gibt es ja von Bambu Lab im Wiki einen Artikel Filament guide - Compatibility to printer, nozzle, AMS, build plate, glue and required parametes, in welchem auch Empfehlungen für "Deckel und Türe auf oder zu" gegeben werden.


    Die von der Druckfläche abgegebene und im Druckraum aufgestaute Wärme kann - wie bereits von JoeBar ausgeführt - die Funktion des Isolierrohrs (dengl. "heatbreak") beeinträchtigen und das Filament bereits zu früh zu weich werden lassen.

    Da können dann auch Aux- und Kammerlüfter nur begrenzt helfen.


    Servus

    Sven

  • Bei mir trat das Problem mit PETG von Nobufil auf. Hier habe ich bei insgesamt geschätzen 30 Rollen noch nie Probleme mit der Maßhaltigkeit der Filamentstärke. Bei anderen (wie z.B. OWL) schon. aber da war es ein Wulst der sich aufbaute und wieder normalisierte. Jetzt sehen die PETG-Stückchen so aus, dass es wirklich gestaucht wurde. Fast kantige Verdickung innerhalb von 2mm.

    Anycubic I3 Mega S, Bambu Lab P1P (mit WOW-Effekt, Toleranztest ab Werk bei 0,15mm) + 1x AMS

  • Für PETG sollte der Druckraum eigentlich nicht geschlossen sein. PETG verdrucke ich am P1S mit offener Türe (am P1S ;) ).

    Drucktemperatur 265°C und die Druckflächentemperatur 90°C ergeben bei geschlossenem Bauraum eine kuschelige Wärme, die sicherlich im Druckkopf in Regionen aufsteigt, die vom ungeschmolzenen PETG dort nicht gemocht werden.

  • Für PETG sollte der Druckraum eigentlich nicht geschlossen sein. PETG verdrucke ich am P1S mit offener Türe (am P1S ;) ).

    Der eine so der andere so.

    Bei mir ist der X1C oder auch P1S niemals offen und druckt immer geschlossen ohne das es Probleme gibt. Einzig wenn der Filamentdurchmesser mal verrückt spielt weil es der Hersteller nicht so genau nimmt.

    Und ein warmer Bauraum wird hier sicherlich dafür sorgen, dass der Extruder selbst mehr Wärme behält, als eine kalte Umgebung…

    Was richtig ist.

    Aber selbst wenn man das kontrolliert mit einem entsprechenden Messgerät kommt der Extruder selten über die 44° (jedenfalls bei mir). Um das zu erreichen müsste man den Kühlkörper vom Hotend nehmen und dauerhaft das Druckbett auf 100° stehen zu haben um das sich soweit aufheizt das es schon im Extruder zu Problemen kommt.


    Ich mein ich hab heute Nacht einen Druck von PA12-CF gehabt der 9.5h ging und die Temperatur in der Chamber hat sich auf ~60° eingependelt, während der Extruder bei einer ähnlichen Temperatur angekommen ist. Dabei ist der X1C nicht mal extra thermisch isoliert. Und abgesehen von den Alupanels sind X1C und P1S in der Hinsicht baugleich, genau wie beim P1P den man erstmal mit dem Upgradekit auf einen P1S aufwertet.

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